Freitag, 14. Februar 2014

09.02.2014 - wenn's läuft, dann soll man es laufen lassen

Konnte gestern lange nicht Einschlafen, war heute morgens entsprechend müde. Irgendwann hatte ich aber doch meine Sachen gepackt und machte mich auf den Weg zur Hosteria El Pilar. Heftiger Wind blies wir entgegen, dazu ganze Horden von Wandergruppen. Ein toller Blick zurück öffnete sich immer wieder auf den Fitz Roy und später die Piedras Blancas, einen weiteren Gletscherabbruch. Einmal sauste mit großem Getöse eine Eislawine mit 200m Breite da runter, ich dachte erst, das ist ein gigantischer Wasserfall.
Gegen Ende wurde es dann wieder beschwerlich, nachdem meine Kräfte nachliessen. Eigentlich wollte ich mich mit einem Kaffee und Kuchen in der Hosteria belohnen, aber da saß keiner drin und die Preise sollten sehr hoch sein. Also noch die paar Meter bis zur Strasse, vielleicht nimmt mich ja ein Auto mit zum Lago del Desierto. Da warteten aber schon 3 Spanier auf Mitfahrgelegenheit. Also erholte ich mich kurz, und dann lief ich los. Beim ersten Auto hielt ich den Finger raus, und es nahm mich mit. Ein deutsches Pärchen schon um die 70 Jahre, fahren seit Jahren mit ihrem umgebauten Ford Transit durch Südamerika mit Pausen zwischendurch in Irland, wo sie sonst wohnen. Beide sehr nett, aber der Weg zog sich doch, und so musste ich die letzten Kilometer doch noch laufen, weil es ihnen zu lange dauerte.
Kaum da, sollte in einer halben Stunde das Boot über den See gehen. 195 Ar.P. kostete es, aber es sparte mir eine ganze Tageswanderung. Außer mir noch ein französischer Radfahrer und ein älteres italienisches Paar. Die Wellen waren etwa 1m hoch, und das kleine Stahlboot fuhr mit Volldampf drüber weg. Zum Glück bin ich da nicht so empfindlich. Drüben warteten dann schon etwa 20 Radfahrer an der Zollstation der Argentinier. Die Ausreise ging ganz flott, eigentlich hätte ich jetzt ein schönes Plätzchen zum Zelten und Kochen gerne gehabt. Aber die Italiener hatten für ihr Gepäck Pferde gemietet und wollten noch weiter bis zum chilenischen Zoll. Den Rucksack nicht schleppen zu müssen, das war mir auch 20000 CLP wert. Die Pferde überholten uns bald, aber es zog sich, knapp 3 Stunden. Dann holte uns der Typ mit dem Auto die letzten Meter zu seiner Ranch ab.
Eigentlich wollte ich da zelten, aber die Italiener wollten noch für weitere 10000 CLP nach Mancilla gebracht werden, weil da morgen das Schiff nach Villa O'Higgins abfahren sollte. Also habe ich da auch noch mitgemacht. Beim Zoll hat es dann ewig gedauert, nicht wegen uns Touris, sondern wegen der 2 Chilenen. Irgendwann dann kurz vor 9 Uhr waren wir da, die Italiener gingen ins Hotel oder was immer das ist. Konnte ich mir angesichts der wenigen chilenischen Pesos nicht erlauben, also suchte ich den Zeltplatz. 2 Plätze aus der OSM-Karte waren falsch, letztlich landete ich auf dem zur Herberge gehörenden Platz. Ein weiteres Zelt war da, ein Schwede, der mir erzählte, dass das Schiff um 10:30 Uhr zum Gletscher fahren würde und dann um 17 Uhr wieder hier anlegen würde Richtung Villa O'Higgins. Mal sehen, was es kostet, 100000 CLP habe ich noch, eventuell gönne ich mir auch die Fahrt zum Gletscher.
Eben fängt es an zu regnen, was für ein Tag. Wenn es morgen mit den Boot klappt, könnte ich abends endlich wieder in der Zivilisation sein. Irgendwie reicht es mir jetzt mit dem Trekking und dem absoluten Fehlen von Komfort. Noch nicht einmal ein Klo gibt es hier. 
lick zurück zum Fitz Roy

was für ein Berg

rechts der Fitz Roy 3406 m hoch

Piedras Blancas

HDR _ Piedras Blancas

Piedras Blancas mit Lagune

ziemlich groggy

Warten auf das Schiff am Lago del Desierto

es hat ganz schön gewackelt

die argentinische Grenzstation

mein Rucksack schleppt heute jemand anderes

Fuss- und Pferdeweg

Lago del Desierto
Video von den Transportpferden:
video

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