Freitag, 14. Februar 2014

10.03.2014 - Ausflug zum Gletscher O'Higgins und weiter nach Villa O'Higgins

Morgens früh bin ich gegen 8 Uhr aufgestanden und habe nach einem Cappuccino meine Sachen zusammen gepackt. Die Italiener waren schon unterwegs und bestätigten mir 11 Uhr Abfahrtszeit. Bis dahin wartete ich an der Schiffsanlegestelle. Als das Schiff kam, stiegen etwa 12 Radfahrer ab, sogar mit Liegefahrrad. Ein paar Deutsche fragte ich dann gleich mal nach den Preisen: 68000 CLP mit Gletscher, 42000 CLP ohne. Da ich nicht den ganzen Tag warten wollte, stieg ich ein und fuhr zum Gletscher mit.
Waren auf dem Lago del Desierto noch 1 Meter-Wellen, waren es hier über 2 Meter. Entsprechend war den meisten der etwa 60 Fahrgäste ziemlich übel und die Toilette ständig besetzt. Als ich mal für ein Foto aufstehen wollte, flog ich gleich der Länge nach hin. Nach etwas über 2 Stunden war der O'Higgins-Gletscher erreicht, zuvor schon kleinere und größere Eisberge. Schade, dass das Wetter so schlecht war, die oberen Gletscherteile verschwanden meist im Nebel, aber es war doch wieder ein tolles Erlebnis. Der Lago O'Higgins ist übrigens mit 836 m Tiefe der fünfttiefste See der Welt und der tiefste in Amerika. Von der Besatzung gab es dann am Gletscher einen "Scotch on the rocks", das hob die Stimmung. Zumindestens solange, bis die Schaukelei wieder anfing.
In Mandelario Mancilla stieg der französische Radfahrer zu, er hatte es also auch noch zum Boot geschafft. Dann kam der lange Weg zum Ende des riesigen Sees unterhalb von Villa O'Higgins. Erst um 20:30 Uhr erreichten wir die Anlegestelle, und was für ein Glück, ich konnte mit Visa-Karte bezahlen. Dort wartete dann ein Bus für die 7 km nach Villa O'Higgins, wo ich mich gleich für 9000 CLP in ein Mehrbettzimmer einbuchte im Hostel El Mosco . 140 km insgesamt in 13 Stunden, ich war wieder ziemlich fertig, auch wenn ich den schweren Rucksack kaum schleppen musste. Durch den Einsatz der Kreditkarte habe ich jetzt noch genug chilenische Pesos bis Cochrane, wo es wieder einen ATM gibt. Das einzige Problem ist wohl, von hier irgendwie in die nächste Stadt zu kommen. Villa O'Higgins hat immerhin einige Einkaufsläden, eine Turnhalle, eine Pferderennbahn, sogar einen kleinen Flughafen, und überall werden kleine Cabanas gebaut. Die Politik, die dahinter steht, ist dieselbe wie beim Siedlungsbau im Sinai. Chile wollte den Argentiniern angesichts von Grenzstreitigkeiten Flagge zeigen. Neben den Siedlern sind hier vorwiegend Angler zum Fliegenfischen und Ausflügler, die ans Ende der Carretera Austral wollen. Aber offenbar keine Busanbindung, zumindest keine regelmäßige.

das Wartehäuschen am Schiffsanleger hat sogar einen Ofen

das Schiff spuckt viele Radfahrer aus, die nach Argentinien wollen

Eisberg

O'Higgins Gletscher

alle sind begeistert trotz schlechten Wetters

HDR - Abbruchkante

Fisheye O'Higgins-Gletscher

HDR - O'Hiigins bei schlechtem Wetter

Anstossen mit Scotch, der Dame ging es auf der Rückfahrt richtig schlecht

bis zu 70 m hoch ist die Abbruchkante

Video von Eisklumpen auf der Fahrt:
video

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